Areas of Interest
Wie bereits in Kapitel „Das menschliche Auge“ beschrieben wurde, ist es aufgrund des extrafovealen Sehbereichs in Kombination mit Wissen und Erfahrung möglich, dass die vermeintlich scharf wahrgenommene Fläche größer ist als der eigentliche foveale Bereich. Die Möglichkeit, dass auch Bereich außerhalb des fixierten Bereichs wahrgenommen werden kann, stellt die Auswertung von Eyetracking-Daten vor neue Herausforderungen. Es ist nämlich nicht möglich, parafoveale oder periphere Bereich mit einem Eyetracker zu erfassen. Eyetracker zeichnen nur Daten auf, die im direkten Zusammenhang mit Fixationen stehen. Es ist auch nicht möglich, aus den ermittelten Fixationsdaten manuell den extrafovealen Wahrnehmungsbereich zu ermitteln, da dieser, wie oben bereits erläutert, vornehmlich auf Erfahrungen und Wissen beruht.
Um die aus dem extrafovealen Wahrnehmungsbereich resultierenden Ungenauigkeiten minimieren zu können, werden bei Eyetracking-Untersuchungen so genannte „Area of Interests“ (AOIs) oder „Region of Interests“ (ROIs) gebildet. Dabei wird das Blickfeld oder der Monitor bzw. die Webseite in größere, inhaltlich zusammengehörige Blickgebiete aufgeteilt. Beispielsweise kann ein Werbebanner oder das Firmenlogo auf einer Internetseite ein solches AOI bilden.
Autor: Sebastian Goldstein