Blickbewegungen und Informationsverarbeitung

Auf Basis des im vorigen Kapitel beschriebenen Zusammenhangs zwischen Fixationen bzw. Blickbewegungen und der visuellen Aufmerksamkeit stützen sich die Überlegungen über die kognitive Verarbeitung der fixierten Objekte. 

Um die Eyetracking-Daten bestehend unter anderem aus Fixationsort, -dauer und –häufigkeit als zuverlässige Indikatoren für die Informationsverarbeitung heranziehen zu können, muss ein direkter Zusammenhang zwischen den Fixationen und kognitiven Verarbeitungsprozessen vorhanden sein [Miriam Yom 2003: 155]. Es geht folglich um die entscheidende Frage beim Eyetracking: Wie können unsere Augen als Indikator für die mentalen Prozesse während der visuellen Informationsverarbeitung dienen.

Damit die Augenparameter als valide Indikatoren für Wahrnehmungsprozesse herangezogen werden können, müssen die zwei von Just & Carpenter (1980) genannten Hypothesen gültig sein: die „Eye-Mind Assumption“ und die „Immediacy Assumption“.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Eye-Mind Assumption

Die Eye-Mind Assumption besagt, dass fixierte Objekte sofort kognitiv verarbeitet werden.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Immediacy Assumption

Die Immediacy Assumption besagt, dass wahrgenommene Informationen sofort (ohne Zeitverzögerung) verarbeitet werden. Die Fixationsdauer entspricht dabei der Dauer der zentralen Informationsverarbeitung.

Nach Berghaus [2005: 91] kann „grundsätzlich von einer zeitlichen Übereinstimmung zwischen der Fixation eines Objektes und der entsprechenden Informationsaufnahme ausgegangen werden“. Diese grundsätzliche Informationsaufnahme bezieht sich jedoch ausschließlich auf die automatische Analyse der visuellen Informationen und nicht auf die weiterführende mentale Informationsverarbeitung.

Autor: Sebastian Goldstein