Blickpfad (zeitlich)

Blickpfade können auch hinsichtlich ihrer zeitlichen Länge interpretiert werden (auch als „Blickpfaddauer“ oder „scanpath duration“ bezeichnet). In diesem Fall ergibt sich der zeitliche Blickpfad aus der Differenz zwischen dem Anfangszeitpunkt und Endzeitpunkt des Blickpfades. Bei Suchaufgaben entspricht die Blickpfaddauer der Suchzeit, die ein Proband benötigt, um eine Aufgabe zu lösen (siehe Suchzeit). Sie entspricht somit der Bearbeitungsdauer der Aufgabe. Die Blickpfaddauer einer Person gibt also an, wie lange sich eine Person mit einem Betrachtungsobjekt (einer Webseite) beschäftigt. Die Blickpfaddauer ergibt sich dabei aus der Summierung der einzelnen Fixationen, Sakkaden und sonstigen Augenbewegungen.

Im Allgemeinen steht bei der Analyse der zeitlichen Blickpfade eher die Informationskomplexität als die Effizienz der visuellen Suche im Mittelpunkt, da relativ mehr Zeit für Fixationen als für Sakkaden aufgewendet wird. Somit können anhand der zeitlichen Untersuchung der Blickpfade weniger Rückschlüsse auf die Sucheffizienz als auf die Verarbeitungseffizienz der Informationen geschlossen werden.  

Insgesamt kann festgehalten werden, dass bei der Effizienzanalyse der visuellen Suche auf die Parameter der räumlichen Blickpfade zurückgegriffen werden sollte, während bei der Analyse der Informationsverarbeitungseffizienz eher auf die zeitliche Komponenten des Blickpfades eingegangen werden sollte.

Autor: Sebastian Goldstein